WorkPlaceHealth & BGM Consulting
Unsere Haltung zu Beratung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement
Beratung muss ihren Nutzen beweisen
Berater*innen werden nicht selten kritisch beäugt. Die einen sehen in Beratung vor allem zusätzliche Kosten, deren konkreter Nutzen schwer greifbar bleibt. Andere erleben Analysen, die lediglich bestätigen, was Belegschaft und Management ohnehin längst wissen. Und immer wieder steht der Vorwurf im Raum, dass Berater*innen zwar vieles anstoßen und im Unternehmen aufwirbeln, anschließend jedoch leise wieder verschwinden, oftmals ohne tatsächlich spürbare Verbesserungen zu hinterlassen.
Vor diesem Hintergrund ist die Frage durchaus berechtigt: Wozu braucht es überhaupt BGM Consulting? Handelt es sich dabei lediglich um eine weitere Beratungsnische oder kann externe Beratung tatsächlich einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheit und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens leisten?
Wir von WorkPlaceHealth möchten dazu folgendes Bild vermitteln.
Gesundheit wird zur langfristigen Zukunftsfrage
Seit vielen Jahren arbeiten wir im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. In dieser Zeit haben wir unterschiedliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt, Veränderungen innerhalb von Organisationen und neue Anforderungen an Unternehmen miterlebt. Vor allem aber erfahren wir in unserer täglichen Arbeit unmittelbar, welchen Belastungen Beschäftigte ausgesetzt sind und wie unterschiedlich diese Belastungen wahrgenommen werden.
Der Großteil unserer Gesellschaft geht einer Erwerbsarbeit nach und übernimmt gleichzeitig zahlreiche weitere Verpflichtungen, etwa in der Kindererziehung, bei der Pflege von Angehörigen oder in anderen familiären und sozialen Domänen. Immerhin verbringen Menschen täglich viele Stunden und insgesamt mehrere Jahrzehnte ihres Lebens bei der Arbeit. Gleichzeitig wächst die Wahrscheinlichkeit, dass wir künftig länger erwerbstätig sein werden als bisher.
Damit stellt sich zunehmend die Frage, wie es gelingen kann, über viele Jahre hinweg gesund und arbeitsfähig zu bleiben. Denn steigende berufliche Anforderungen treffen auf private Belastungen, hohe Arbeitsintensität, Zeitdruck und anhaltenden Stress. Gesundheit ist daher eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass wir Arbeit langfristig bewältigen und das eigene Leben aktiv gestalten können.
Natürlich können wir uns erst dann mit unserer Gesundheit beschäftigen, wenn konkrete Beschwerden entstehen. Vorausschauender wäre es jedoch, frühzeitig anzusetzen, Gesundheit gezielt zu stärken und Erkrankungen möglichst zu verhindern. Prävention bedeutet in diesem Zusammenhang, vorhandene Einflussmöglichkeiten rechtzeitig zu erkennen und bewusst zu nutzen.
Gesundheit ist mehr als individuelles Verhalten
Diese Einflussmöglichkeiten sind vielfältig. Zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil gehören unter anderem regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, mentale Stabilität, körperliches Wohlbefinden, ausreichend Regeneration und tragfähige soziale Beziehungen. In all diesen Bereichen können Menschen selbst einen wichtigen Beitrag leisten. Damit ist jedoch nur eine Seite betrachtet.
Mindestens ebenso entscheidend sind die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten. Wenn wir einen erheblichen Teil unseres Lebens am Arbeitsplatz verbringen, beeinflussen auch Arbeitsorganisation, Führung, Aufgabenverteilung, Kommunikation, Zusammenarbeit, Arbeitszeit und Arbeitsplatzgestaltung unsere Gesundheit. Selbst das gesundheitsbewussteste Verhalten kann auf Dauer nur begrenzt ausgleichen, wenn die Arbeitsbedingungen dauerhaft belastend sind.
Gesundheit entsteht daher im Zusammenspiel zweier Ebenen: dem individuellen Verhalten und den Verhältnissen, unter denen Menschen leben und arbeiten. Beschäftigte können Vieles selbst beeinflussen. Gleichzeitig tragen Unternehmen Verantwortung dafür, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigen, sondern möglichst erhalten und fördern.
Unternehmen stehen vor wachsendem Handlungsdruck
Viele Organisationen haben diese Verantwortung längst erkannt. Ihr Ziel besteht darin, Gesundheit und Arbeitsfähigkeit zu erhalten, zu fördern und (wenn notwendig) wiederherzustellen. Dazu gehören gesunde Arbeitsbedingungen ebenso wie die Prävention arbeitsbedingter Risiken und ein professioneller Umgang mit den unterschiedlichen Gesundheitsbedürfnissen der Beschäftigten.
Dass dieser Handlungsbedarf nicht nur theoretisch besteht, zeigen auch die aktuellen Zahlen deutlich. Laut Fehlzeitenreport 2026 waren im vergangenen Jahr 2025 rund 69,1 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich zumindest einmal im Krankenstand. Durchschnittlich entfielen dabei 14,7 Kalendertage auf jede versicherte Person. Dadurch gingen rund 4,0 Prozent des gesamten Jahresarbeitsvolumens verloren. Trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr bleibt das Fehlzeitenniveau damit weiterhin hoch.
Diese Entwicklung trifft auf Unternehmen, die gleichzeitig mit einer Vielzahl weiterer Herausforderungen konfrontiert sind. Fachkräfteengpässe, alternde Belegschaften, steigende Arbeitsintensität, wirtschaftliche Unsicherheit und höhere Anforderungen an die Arbeitgeberattraktivität verstärken sich gegenseitig. Fallen erfahrene Mitarbeitende länger aus, steigt die Belastung für das restliche Team. Nimmt dadurch die Arbeitsintensität weiter zu, kann dies wiederum zusätzliche gesundheitliche Belastungen und Ausfälle begünstigen. Gesundheit betrifft daher die einzelnen Beschäftigten ebenso wie die Leistungsfähigkeit, Stabilität und langfristige Entwicklung eines Unternehmens.
Einzelne Maßnahmen reichen nicht aus
Viele Unternehmen setzen bereits gesundheitsfördernde Aktivitäten um. Ein Gesundheitstag, ein Vortrag oder ein Workshop können wichtige Impulse geben, Wissen vermitteln und Beschäftigte für bestimmte Themen sensibilisieren. Doch einzelne Maßnahmen allein ergeben noch kein Betriebliches Gesundheitsmanagement.
Fehlen klare Ziele, geeignete Strukturen und eine längerfristige Einbettung, bleiben Gesundheitsangebote häufig punktuelle Einzelaktivitäten. Sie werden durchgeführt, ohne ausreichend mit bestehenden Belastungen, betrieblichen Zielen oder anderen Maßnahmen verbunden zu sein. Dadurch bleibt die Wirkung bleibt begrenzt und ist mitunter nur schwer nachvollziehbar.
Aus einzelnen Angeboten wird erst dann ein tragfähiger Ansatz, wenn sie in eine gemeinsame Struktur eingebunden und aufeinander abgestimmt werden. Diese Funktion übernimmt das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Es verbindet Maßnahmen zu einem übergeordneten Gesamtkonzept und berücksichtigt dabei sowohl das Verhalten der Beschäftigten als auch die Bedingungen, unter denen Arbeit stattfindet.
Was BGM Consulting leisten kann
An diesem Übergang von einzelnen Aktivitäten zu einem strukturierten Vorgehen setzt BGM Consulting an. Die professionelle Beratung hilft dabei, vorhandenes Wissen zu bündeln, Erfahrungswerte von außen einzubringen, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzuführen und relevante Zusammenhänge sichtbar zu machen. In vielen Unternehmen ist das notwendige Wissen durchaus vorhanden. Schwieriger ist häufig, die vorhandenen Erkenntnisse richtig einzuordnen und daraus klare Prioritäten abzuleiten: Welche Themen sind besonders dringlich? Wo bestehen tatsächliche Handlungsmöglichkeiten? Welche Maßnahmen passen zur Organisationskultur? Und was lässt sich unter den vorhandenen Rahmenbedingungen realistisch umsetzen?
BGM Consulting schafft dafür eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Gemeinsam werden Ziele präzisiert, Handlungsfelder gewichtet und konkrete nächste Schritte entwickelt. Weiters geht es darum, Zuständigkeiten zu klären, interne Abstimmungen zu erleichtern, relevante Beteiligte einzubeziehen und den weiteren Prozess verlässlich zu begleiten.
Ob Betriebliches Gesundheitsmanagement tatsächlich wirksam ist, zeigt sich jedoch erst in der Umsetzung. Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied unseres Beratungsansatzes: Wir verstehen uns nicht nur als Analyse- und Strategiepartner, sondern vor allem als Umsetzungspartner.
Das bedeutet, dass wir ein Unternehmen nicht nach der Analyse, der Entwicklung eines Konzepts oder der Ausarbeitung einer Strategie wieder verlassen. Stattdessen begleiten wir den gesamten Umsetzungsprozess, koordinieren die nächsten Schritte und arbeiten gemeinsam mit den Verantwortlichen daran, die vereinbarten Ziele tatsächlich zu erreichen. Erst wenn aus einer Strategie konkrete Veränderungen im Arbeitsalltag entstehen, sind alle Beteiligten zufrieden.
Autorin

Carmen Ott-Meissl, MSc, LL.B.
Co-Founder & Geschäftsführerin WorkPlaceHealth
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